Das Phänomen des Fußballs ist ein mir bisher ungeklärtes Wunder.
Man stelle es sich doch nur einmal vor:
Es gibt zweiundzwanzig Spieler. Zusätzlich noch eine Armee aus Schiedsrichtern, einen Ball und zwei Tore, eine ganze Menge Striche auf einem Stück Wiese und Millionen von Fans, die ihren Liebling am liebsten auffressen würden.
elf Spieler gehören zu einer Mannschaft.
Das bedeutet nach langem Rechnen, dass es zwei Mannschaften pro Spiel gibt.
Die beiden Parteien versuchen, den Ball, dieses runde Ding mit dem Kuhmuster, in die Tore zu treten, wobei sie nur die Füße und den Kopf, notfalls auch alle anderen Körperteile benutzen dürfen, solange sie nicht die Arme und Hände benutzen. Eine Extrawurst bekommt hier der elfte Spieler, der darf nämlich im Tor stehen und sich mit Bällen beschießen lassen, bis er tot umfällt.
Doch jeder Spieler verdient mit einer Runde Fußball, neunzig Minuten auf einer Wiese herumlaufen, zwischen dreitausend und dreizehn Millionen Euro.
Die dritte Großmacht in diesem inzwischen schon einige Jahre alten Spiel sind die Schiedsrichter. Sie springen auf und ab und zwitschern durch ihre Pfeifen, während sie fröhlich und mit hochroten Gesicht einige bunte Fähnchen schwenken, die Spieler vom Platz schmeißen und die Tore zählen.
Die sogenannten Schiris verdienen ünrigens nich so viel, sind dafür aber einer derart hohen Sterberate unterworfen, dass es erstaunlich ist, dass ein Posten von derartiger Gefährlichkeit überhaupt noch besetzt wird.
(Naja, vermutlich auch nicht mehr lange. Demnächst sollen ja Kameras den Job um einiges unnützer machen)
Ein weiterer Bestandteil dieses Kultsports sind die Fans.
Fans sind die treibende Kraft im Fußball. Sie sorgen dafür, dass der Sport auch einen kommerziellen Sinn hat. Wer sonst außer Fans würde sich ein Trikot mit Spielerautogramm für nur zweihundert Euro kaufen? Die Spieler vermutlich nicht.
Eine Unterart der Fans sind die Hooligans.
Hooligans sind eine temporäre Begleiterscheinung einer Niederlage, beziehungsweise eines Sieges.
Sie sind dafür zuständig, durch überaus auffällige Aktionen auf den ruhmreichen Sieg ihres Vereins hinzuweisen.
Vereine sind übrigens einfach nur Zusammenschlüsse, die zu zwei Prozent aus Spielern, zu achtzig Prozent aus Managern und zu zwölf Prozent aus Fans bestehen.Also... was ist so toll an Fußball?
Eigentlich ist es nur ein Spiel, das irgendwelche Kinder aus Langeweile entworfen haben.
Inzwischen ist es ein Weltsport, in Zukunft vielleicht ein universumsübergreifendes Massenphänomen, das ganze Galaxien zu Siegern macht.
Eventuell ist es sogar bald möglich, durch Zeitreisen zu dem Zeitpunkt des ersten Fußballspiels zu gelangen und einfach mitzuspielen.
Das einzige, was so interessant an Fußball ist, das ist das Wissen, dass Millionen anderer Menschen glauben, dass es interessant ist, wenn sich 22 Leute um einen Ball prügeln, dass Familien in allen Ländern, in allen Zeitzonen und auf allen Kontinenten (wie gesagt, vielleicht auch bald in allen Galaxien) abends vor dem Fernseher sitzen und sich ansehen, wie ihre Spieler zu Grunde gehen.
Das einzige, wirklich erstaunliche ist die Massenbewegung, das Wissen, dass Hunderttausend Menschen dem nächsten Tor entgegenfiebern und alle gleichzeitig den Schiedsrichter durch den Fernseher anbrüllen.
Ich hoffe, ihr denkt mal darüber nach, was ihr euch da überhaupt anseht...
LG.: Ate.
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