Samstag, 1. Oktober 2011

When stars are crying

Heute war... ein interessanter Tag.

Es begann mit dem Aufstehen.
Meine Schwester hat mich geweckt. Seltsam, denn sie geht normalerweise in die Küche, frühstückt und schaut dann fern, ohne an mich zu denken.
Zeit, um mir die Haare zu bürsten hatte ich nicht. Ate hat es sich stattdessen darin bequem gemacht.
Wir haben zusammen bei einem Freund gefrühstückt. Brötchen. Nachdem Ate Kaffee getrunken hat, ist er ein wenig dunkler um die Taille.
Beim Einkaufen war alles überfüllt. Ich habe den falschen Einkaufswagen erwischt es war ein Set Küchenmesser darin.
Ate sitzt schon den ganzen Morgen auf meiner Schulter.
Wir haben in unserer neuen Wohnung Laminat verlegt. Ich hätte mir an der Säge fast die Hand aufgeschlitzt. Seit wann bin ich so unachtsam?
Abends haben wir gegrillt. Ich habe das Fleisch auf den Grill gelegt und dann den Rost darauf platziert. Anders herum wäre es besser gewesen.
Ate weicht nicht von meiner Seite. Immer ist er in meiner Frisur zu Gange.
Am späten Abend sind wir noch immer in der neuen Wohnung. etwa zu Weihnachten sollen wir einziehen.
Ich schaue in den Sternenhimmel und sehe zum ersten Mal in meinem Leben das Sternbild Großer Wagen.

The Wind was a torrent of darkness among the gusty trees.
The moon was a gostly galleon tossed upon cloudy seas.
The road was a ribbon of moonlight over the purple moor.

Unheimlich.
Ate beginnt, mir Lord Byrons "Die Seele" ins Ohr zu flüstern.

Wenn Nacht begräbt des Staubes Schmerzen,
Wohin wird, ach die Seele fliehn ?
Sie stirbt nicht – aus erloschnem Herzen
Muß sie zu anderen Reichen ziehn.
Wird sie entkörpert dann auf Sternen
Und Schritt um Schritt zum Himmel gehn ?
Wird sie sogleich des Weltalls Fernen,
Ein lebend Aug`, entschleiert sehn ?


Unendlich, ewig, nie verwesend,
Allsehend, aber unsichtbar,
Das Buch der Erd` und Himmel lesend,
Schaut sie im Geist, was ist und war:
Die schwächste Spur aus grauen Jahren;
Die im Gedächtnis dämmern mag,
Das Bild der Dinge, welche waren,
Steht wieder da wie heller Tag.


Zurück ins gärende Gewimmel
Des Chaos taucht sie, und hinauf
Bis zur Geburt der letzten Himmel
Sucht sie der Dinge großen Lauf.
Durch künft`ges Werden und Verderben
Umspannt ihr Blick den Flug der Zeit,
Ob Sonn` erlischt und Welten sterben
Reglos in seiner Ewigkeit.


Hoch über Lieb` und Haß und Trauer
Lebt sie in reiner, tiefer Ruh`;
Äonen fliehn wie Jahresdauer,
Und Erdenjahre wie ein Nu.
Weit, weiter schwebt sie ohne Schwinge,
Ein ew`ger namenloser Geist,
Durchs All und übers All der Dinge,
Und weiß nicht mehr, was Sterben heißt.

Nun sitze ich zu Hause am Computer.
Aus den Kopfhörern schallt "Das weiße Licht" von Oomph. Abwechselnd mit "Auf Kurs".
Selber Interpret, komplett anderes Lied.
Zum ersten Mal, seit ich diese beiden Lieder auf meinem PC habe, achte ich auf den Text.

Das weiße Licht: Ein Mörder besingt seine Leiche.
"Ich flüster dir ins Ohr, doch du hörst mich nicht."
Auf Kurs: Jemand kann jemanden nur im kalten Tod finden
"Erst, wenn mein Bliut in den Adern gefriert, werd ich berührt."

Ate schläft in meinen immer noch zerzausten Haaren.
Salz-und-Pfeffer-Chips. Sie schmecken nach Paprika.
Während ich das hier schreibe, chatte ich via Skype mit Tab.

Ich glaube, es wäre schön, wenn man die Sterne weinen hören könnte.

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